"Steinbruch Guber" by Gaëtan Bally

Jose Oliveira da Silva, 38, arbeitet im Akkord. Er wird sichtbar unruhig, wenn er seiner Spaltmaschine zu lange fernbleibt. Auch seine beiden Kollegen in Baracke 4 warten, ohne ihren dritten Mann können sie nicht arbeiten. Oliveira arbeitet seit vier Jahren bei der Firma Guber Natursteine AG in Alpnach im Kanton Obwalden. Er spaltet den Quarzsandstein aus dem nahen Steinbruch in sieben bis neun Zentimeter lange Pflastersteine. Jeder Stein wird von Hand auf die richtige Groesse getrimmt. Die 1904 gegruendete Guber Natursteine baut pro Jahr etwa 35 000 Tonnen Natursteine ab. Guber Natursteine produziert bis zu 8000 Tonnen pro Jahr. Die Steine werden groesstenteils im Schweizer Tiefbau verwendet. Oliveiras Team spaltet ungefaehr 45 Tonnen pro Woche, je nach Bedarf. Das Know-how müssen die Arbeiter mitbringen, so hat Oliveira bereits in Portugal in einem Steinbruch gearbeitet. Der Portugiese spricht kein Deutsch, der Werkleiter muss uebersetzen. Zuweilen kaemen die Mitarbeiter auch mit persoenlichen Schreiben zum Uebersetzen zu ihm, sagt er. Portugiesisch zu sprechen ist fuer den Werkleiter selbstverstaendlich. Lediglich drei der rund 50 Angestellten auf dem Steinbruch sind Schweizer, die anderen Mitarbeiter stammen aus Portugal. Die Arbeitstage von Oliveira sind lang: Im Sommer arbeitet er bis zu zwoelf Stunden, im Winter sind die Tage etwas kuerzer, lediglich zehn Stunden verbringt er in der kalten Jahreszeit an der Spaltmaschine. Schutzbekleidung inklusive Schutzmaske gegen den Steinstaub sind Pflicht, dennoch ist das Steinhauen koerperlich belastend. Bei Wind und Wetter werden die schweren Steinbrocken zu Pflastersteinen weiterverarbeitet. Erst wenn die Temperatur unter minus zehn Grad sinkt, wird die Arbeit unterbrochen. Oliveira ist zufrieden mit seiner Anstellung. Er will nicht zurueck nach Portugal, zu unsicher ist dort die Wirtschaftslage. Er ist gluecklich, seit drei Jahren seine Frau und eine Tochter bei sich in Alpnach und eine sichere Anstellung zu haben. Das teilweise raue Klima und den Druck der Akkordarbeit nimmt er dafuer in Kauf. (zas)

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