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Fokus

Vor 100 Jahren, am 8. August 1914, stach die Endurance unter der Leitung von Ernest Shackleton in See, mit dem waghalsigen Ziel, die Antarktis zu durchqueren. Die Expedition misslang: Das Schiff wurde vom Packeis eingeschlossen und im November 1915 durch das Eis zerdrückt. Frank Hurley (1885-1962), offizieller Fotograf der Expedition, musste seine wertvollen Kameras zurücklassen, aber Shackleton erlaubte ihm, eine Auswahl seiner Bilder und Filmmaterial mitzunehmen. Hurley tauchte in das eiskalte Wasser und barg aus dem gesunkenen Schiffswrack seine Bilder. Shackleton und Hurley wählten 120 belichtete Glasplatten aus, die restlichen 400 Glasplatten zerstörten sie, da Shackleton befürchtete, dass Hurley später versuchen könnte, zurückzukehren und sich so erneut in Gefahr begeben würde. Dank einer spektakulären Rettungsaktion kehrte die Mannschaft der Endurance zwei Jahre später vollständig zurück und mit ihr die aussergewöhnlichen Fotografien von Frank Hurley. Seit 1929 werden die Glasplatten von unserem Partner, der Royal Geographical Society, in London, aufbewahrt. (axa)


Die Schweiz verlor am 26. Juni 1954 im Stade Olympique de la Pontaise in Lausanne das Viertelfinalspiel gegen Österreich mit 5 zu 7 Toren. Das Spiel ging als "Hitzeschlacht von Lausanne" in die Geschichte ein und ist mit 12 Toren bis heute das torreichste aller WM Spiele. Bei 40 Grad im Schatten erlitt der österreichische Goalie Kurt Schmied früh einen Sonnenstich und taumelte mehr zwischen den Pfosten herum, als dass er sich auf das Spiel konzentrieren konnte. Bis zur 19. Minute ging die Schweiz mit 3 zu 0 sensationell in Führung. Weil damals noch keine Auswechslungen erlaubt waren, stellte sich der österreichische Masseur hinter das Goal von Schmied, dirigierte diesen einerseits und kühlte ihn ständig mit Schwämmen und Wasser. Den Österreichern gelang es, noch vor der Pause das Spiel zu drehen, innert zehn Minuten erzielten sie ab der 25. Minute fünf Tore. Obschon ihr Goalie auch in der zweiten Halbzeit völlig benommen war, gewannen die überlegenen Österreicher das Spiel. Als Held wird Goalie Schmied gefeiert, der sich nach einem Spitalaufenthalt, an nichts mehr erinnern konnte. Die Viertelfinalqualifikation der Schweiz bleibt bis heute die beste Leistung an einer Weltmeisterschaft, aber das Spiel gilt trotzdem als eine der bittersten Niederlagen der Fussballgeschichte der Schweiz. (axa)

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