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Fokus

Walter Scheiwiller, der heute 92 Jahre alt ist und in Zollikon lebt, ist ein Pionier der Schweizer Sportfotografie. Nach der Lehre arbeitete er von 1942 bis 1945 bei der Bildagentur Photopress. Ab 1946 war er als selbständiger Fotoreporter und Sportfotograf unterwegs. Die Leichtathletik bildete ein Schwerpunkt seines fotografischen Schaffens. Seine Kenntnisse als aktiver Sportler befähigten ihn, die Bewegungen der Athleten zu antizipieren und im entscheidenden Moment auf den Auslöser zu drücken. Zu Zeiten von Rolleiflex und Speed Graphic erleichterten noch keine Hilfsmittel, wie Autofokus und Motor für Serienbilder, die Arbeit des Sportfotografen. Die Einstellungen jeder einzelnen Aufnahme musste manuell vorgenommen werden. Die Bilder von Walter Scheiwiller, die zu den herausragenden Aufnahmen der Geschichte des Sports in der Schweiz im 20. Jahrhundert gehören, werden heute im Sportmuseum in Basel aufbewahrt und werden von KEYSTONE weltweit vertrieben. Das Sportmuseum inszeniert während der Leichtathletik EM in und um das House of Switzerland auf dem Sechseläutenplatz in Zürich Bilder des Sportfotografen Walter Scheiwiller. (axa)


Im August finden erstmals seit 60 Jahren wieder Leichtathletik Europameisterschaften in der Schweiz statt. Stil und Ausrüstung haben sich stark verändert. In der Disziplin Hochsprung versucht die Athletin oder der Athlet eine aufgelegte Latte in grösstmöglicher Höhe zu überqueren. Vorgeschrieben ist, dass nur mit einem Bein abgesprungen wird. Beim Hochsprung war lange Zeit der Schersprung, bei dem die Springer, die Latte mit aufrechtem Oberkörper überqueren, vorherrschend. Beliebt war auch der Rollsprung und später der Wälzer oder Straddle, mit denen die Latte bäuchlings übersprungen wird. Bei der EM 1954 sprang man noch auf einen Sandhügel. Mit diesen Techniken landeten die Athletinnen und Athleten zuerst mit den Füssen oder konnten seitlich so abrollen, dass sie sich nicht verletzten. Inzwischen ersetzen weiche Matten die Sandhügel. Bei den Olympischen Spielen in Mexiko 1968 gewinnt Dick Fosbury mit seiner revolutionären Technik, rücklings über die Latte zu springen, die Goldmedaille. Seither hat der Fosbury-Flop seinen Siegeszug angetreten und im Letzigrund werden voraussichtlich alle Hochspringerinnen und -Springer in diesem Stil antreten. (axa)

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